Bibliothek? Nein, danke, irgendwie.

Nachdem ich, hart an der letzten Seminararbeit für mein Literaturwissenschaftsstudium arbeitend, nun für längere Zeit weg vom Blogfenster war, schiebe ich auch noch gleich einen studienspezifischen Blogeintrag hinterher… voilà.

Ich kann, auch nach fünf Jahren geistenswissenschaftlichen Studiums, in Bibliotheken nicht gut bzw. nicht lange arbeiten. Ich brauche meine Freiheiten: Dasitzen wie der sprichwörtliche Quasimodo, gerne auch auf dem Boden, umrundet von Büchern, Kopien, Zeugs; mit einem Kugelschreiber nervöseln; plötzlich aufspringen; sich einen Tee kochen oder schnell etwas Essbares aus der Küche holen und dieses dann inmitten des kreativen Chaos verzehren; alternativ den ganzen Kram unvermittelt so liegen lassen, wie er liegt, und für eine gemütlich-abschaltende Futterpause in der Küche verschwinden; frei zwischen kontemplativer Stille, wo schon ein atmender Nebenmann stören würde, und der Beschallung mit wahlweise beruhigender oder, äh, motivierender Musik wechseln können; mit mir selbst bzw. ‚meinen’ Autoren und Untersuchungsgegenständen reden und schimpfen…

Und so kommt es, dass ich lieber  Tonnen von Büchern nach Hause schleppe und (aus den Präsenzbibliotheken, aus denen ich die Bücher nicht mitnehmen darf) hunderte Seiten kopiere, als mich wirklich und wahrhaftig stunden- oder gar tagelang in die Bibliothek zu setzen. Irgendwie nicht sehr studentig, oder?

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