Zwischen zwei knapp hingeschluderten Proseminararbeiten

Nein. Ich bin für den wissenschaftlichen Betrieb nicht gebaut. Und fragt mich bloß nicht, wofür sonst! Nach wie vor sicher bin ich mir, dass auch definitiv nicht für den (schulischen) Lehrbetrieb. Ich bin froh, dass ich diesen Weg vor mehr als drei Jahren ‚endgültig’ und bewusst abgewählt habe. Sonst könnte ich heute auch nicht Vergleichende Literaturwissenschaft als Zweit(?)fach studieren, sondern schlüge mich höchstwahrscheinlich mit etwas (pardon!) furchtbar Kreativen wie Germanistik herum (furchtbar kreativ nicht, weil Germanisten keine interessanten Sachen machen könnten, sondern weil einfach jeder, der hauptsächlich geisteswissenschaftlich interessiert ist und Lehramt studiert, irgendwie Germanistik dabeihat).
// Und übrigens. Die eine Proseminararbeit fürs letzte Semester habe ich heute abgegeben. Die Vortragende (die ich auch dieses Semester wieder habe und daher nun seit Anfang Oktober jede Woche wie einen mahnenden Vorwurf eineinhalb Stunden lang betrachten durfte) meinte, sie hätte sich „schon gewundert“. Worüber genau, hat sie mir nicht kundgetan. – Die andere Proseminararbeit, die noch ausständig ist, wird in den nächsten drei Tagen geschrieben. Höhöhö.

3 comments 26. 11. 2009, Do/48

0542

Ich bin derzeit ‚etwas’ (d.h. etwas mehr als gewöhnlich…) im Stress und daher nicht so oft im Netz unterwegs (wozu noch kommt, dass mein Modem immer wieder vor sich hinspinnt, aber das ist ja nichts Neues – leider). Und, übrigens: Irgendjemand wird demnächst der oder die 2300. Besucher/in hier sein…

2 comments 23. 11. 2009, Mo/48

Auch Sprachen haben Spleens!

Wie zum Beispiel: Eine große Varietät von Zischlauten; lustige Striche und Punkte über Vokalen, die deren Lautqualität teils vollständig verändern (dreimal dasselbe Beispiel findet sich alleine im letzten Teilsatz); exotische Buchstaben, die man auf einer anderssprachigen Tastatur nur mit Mühe (falls überhaupt) reproduzieren kann (ß, þ); Ausspracheregeln, die Wortendungen grundsätzlich zum Blinddarm erklären (unnötig, aber trotzdem vorhanden) – oder überhaupt eine für Außenstehende absolut unlogische, unsystematische Aussprache; gefühlte hundert grammatische Fälle oder alternativ die Verweigerung jeglicher Deklination.
Den Vogel aus meiner Sicht vorerst abgeschossen haben aber die Tschechen, die bei Maskulina zwischen „belebt“ und „unbelebt“ unterscheiden und damit quasi ein viertes grammatisches Geschlecht einführen. Da kann man eigentlich nur froh sein, dass sie dafür die Anzahl der Zeiten auf handliche drei (in Worten: drei) heruntergehandelt haben: Futur, Präsens und Perfekt (allerdings meist mit zwei „Aspekten“ pro Verb – ein Aspekt drückt die Abgeschlossenheit, einer die Unabgeschlossenheit der Handlung aus…).

4 comments 23. 11. 2009, Mo/48

Budapest. Dritte Meldung.

Budapest ist an vielen Stellen keine schöne Stadt – abgewohnt, mit realsozialistischen Zweckbauten oder neukapitalistischen Einkaufstempfeln und Fast-Food-Buden zugepflastert. Dazwischen tauchen aber immer wieder überraschende Kostbarkeiten, meist Fin-de-Siècle-Schönheiten, auf. Irgendwie haben sie das ‚kurze 20. Jahrhundert’ (1918—89) überlebt oder sie wurden in den letzten zwanzig Jahren renoviert.

Zum Beispiel die Stationen der Metrolinie 1, die zum ungarischen „Millenium“ 1896 eröffnet wurde. Oder die Stephansbasilika, die von außen eine gewöhnliche große Kirche und von innen ein Meisterwerk katholischer Kirchenprunkausstattung ist (ohne dabei zur Lächerlichkeit zu verkommen – auch das muss man können).

Besonders ans Herz legen würde ich jedem, der nur kurz in Budapest ist und daher nur ein eingeschränktes Besichtigungsprogramm wahrnehmen kann, aber die Matthiaskirche auf dem Burgberg: Ihre heutige Innenausstattung mit reichem Fresken- und Glasfensterschmuck entstand gleichfalls in den 1890er-Jahren als bewusste Synthese aus westlichen und byzantinischen Einflüssen.

Die Fassade ist zwar derzeit eingerüstet, aber das bunte Dache lässt auch schon von außen ein wenig das innere Bildprogramm erahnen. Und so nebenbei hat man von der nebenan gelegenen Fischerbastei (surprise, surprise: errichtet Ende des 19. Jh.) einen Ausblick v.a. über die Pester Stadtseite und die Donau.

2 comments 20. 11. 2009, Fr/47

Budapest. Zweite Meldung.

Ein kleiner Schritt für die Menschheit – aber ein großer Schritt für mich: Freiwillige Turmbesteigung der Budapester Stephanskirche. 96 Meter Höhe vs. meine Höhenangst. Doch: Dicke Steinbrüstungen geben Sicherheit, der Rundblick ist genial und schwummrig wurde mir erst beim Abstieg im Treppenhaus (‚freischwebende’ Wendeltreppe mit potentiellem Ausblick nach gaaanz weit unten – hinaufgefahren waren wir mit dem Lift). Fazit: Sehr gut, dass wir uns Sonntag Mittag rechtzeitig (und in diesem Fall auch erlaubterweise) von der dauerquatschenden Professorin abgeseilt und dadurch auch noch was anderes als die dritte Gemäldegalerie von innen gesehen haben.

2 comments 17. 11. 2009, Di/47

Budapest. Erste Meldung.

Zwei Burgenländerinnen, eine Steirerin, eine Nieder- und eine Oberösterreicherin. Könnt ihr euch diese geballte ostösterreichische partielle Orientierungslosigkeit („Miaß ma schau in die Richtung???“), die für Außenstehende wahrscheinlich extreme Breite des Dialekts und die regelmäßig hervorbrechenden, krachenden Lachsalven vorstellen? Die Budapester jetzt schon. Kurz gesagt: Lustig wars, anstrengend auch, sowohl Gruppe (22 Leute) als auch (abendliches Ausgeh-)Grüppchen (genannte fünf Mädels) hat gepasst. Und das Wetter war für November geradezu unglaublich. (Mehr kurze Berichte oder vielleicht auch ein größerer folgen).

2 comments 16. 11. 2009, Mo/47

Unileben. Vermischtes.

1) Skandinavistik-Vorlesungen sind lustig! Ich mache zwei dieses Semester (die ich mir als Pflichtfächer für Literaturwissenschaft anrechnen lassen kann), wobei die eine schon vom Titel her verlockender klang – es geht um die (nord-)germanische Heldensage in Bild und Text – wobei ich mittlerweile allerdings auch die andere (Hans Christian Andersen und Italien) alles andere als fad finde.

2) Weniger unterhaltsam sind allerdings die Geräusche, die meine Lucrezia (Computrix) von sich gibt. Sie hört sich derzeit immer wieder an, als wäre sie ein Fluggerät, das gleich abhebt. Vielleicht sollte ich mich doch mal drübertrauen und sie von innen entstauben. Ah, Panik. – Das wird am besten über’s Wochenende nochmal verdrängt, denn:

3) Fahre ich morgen in aller Herrgottsfrühe gen Budapest. Pflichtexkursion für Geschichte, hoffentlich trotzdem nicht allzu anstrengend (mein Referat habe ich zum Glück schon hinter mir).

4) Somit wünsche ich euch ein schönes Wochenende und werde mich entweder Sonntag tiefnächtens oder sonst im Laufe des Montags zurückmelden. :)

2 comments 12. 11. 2009, Do/46

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Hier schreibt Juliane vulgo Jü [sprich: dschü], gelernte Österreicherin, Studentin und angehende Meisterin für eh alles. Siehe auch.

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